Samstag, 28. April 2007

Hellboy


Nachdem Guillermo del Toro („The Devil’s Backbone“, „Pan’s Labyrinth“) mit dem zweiten Teil der Blade- Trilogie einen respektablen Hit vorzuweisen hatte, gelang es ihm endlich, Geldgeber für sein Traumprojekt „Hellboy“- ein Comic von Mike Mignola- aufzutreiben. Zwei Jahre später- 2004- war es dann schließlich soweit: Ein großer, roter Dämon mit abgeschliffenen Teufelshörnern erblickte das Licht bzw. das Dunkel unserer Kinos.

Während des 2. Weltkriegs versuchen Naziwissenschaftler- unter der Führung des finsteren Grigori Rasputin- mit Hilfe eines Dimensionsportals überirdische Mächte zu beschwören, die Hitler bei seinem Feldzug zur Seite stehen sollen. Das Ergebnis der- von amerikanischen Soldaten in letzter Minute vereitelten- Zeremonie ist ein junges Dämonenbaby, welches unbeabsichtigt durch das geöffnete Dimensionsportal geschlüpft ist. Von den Amerikanern unter die Fittiche genommen, wird es schließlich über die Jahrzehnte zu einer schlagkräftigen Abwehr gegen finstere Wesen herangebildet. Und das ist auch bitter nötig, denn anno 2004 steht der Menschheit wieder mal große Gefahr bevor…

Zwar vor Monaten gesehen und für schlecht befunden (04/10 Punkte), beschloss ich trotzdem del Toros Werk bei seiner Free- TV- Premiere noch eine zweite Chance zu gewähren. Und ich muss gestehen, ich wurde positiv überrascht. Der Film hat zwar keinen Start von 0 auf 100 hingelegt und zählt jetzt auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmen, doch man muss ihm durchgängige Unterhaltsamkeit für zwischendurch attestieren.
Nach einem gelungenen, angenehm- düsteren Prolog, welcher zu Zeiten des 2. Weltkriegs angesiedelt ist –komisch, die deutsche Geschichte scheint sich immer für solcherlei Dinge zu eignen- nimmt „Hellboy“ schnell Fahrt auf und verlagert den Rest des Films ins Amerika der Gegenwart. Dort ist das abermals kleine Dämonenbaby bereits zu einem riesigen, Sprüche klopfenden Muskelprotz herangereift, der auf ungeheuer lässige Art und Weise allem Bösen kräftig in den Arsch tritt. Keiner könnte dabei charismatischer zu Werke gehen als Charakterkopf Ron Perlman. Dieser drückt Hellboy, trotz der Maske und dem vielen Make-Up, seinen unvergleichlichen Stempel auf.
Eine Stärke des Films ist, dass er zwischen seinen Protagonisten ein Geflecht aus Gefühlen aufbaut. Es wird nicht einfach durchgängig alles in die Luft gejagt, was irgendwo auffindbar ist. Sondern zwischen den Kämpfen herrschen durchaus ruhigere Töne, die sich um Liebe, Eifersucht und das „Anderssein“ drehen.
„Hellboy“ ist durch und durch gelungenes Popcorn- Kino, das sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Deshalb zur Zerstreuung für einen netten Videoabend bestens geeignet (7,5/ 10 Punkte)

Kommentare:

Frankies Filmecke hat gesagt…

Und beim dritten Gucken dann 9/10? ;)

Jay hat gesagt…

Na mal abwarten, war wirklich überrascht! ;)