Dienstag, 31. März 2009

Eden Lake


Wie in der Kurzkritik zu Ruins (2008) angemerkt, häufen sich aktuelle Beispiele, in denen sich der Horror aus Urlaubs- und Erholungssituationen entspinnt, zunehmend. Der britische Eden Lake (2008) entspricht genau diesem Muster. Regisseur James Watkins lässt in seinem Film das junge Pärchen Steve und Jenny zu einem Wochenende am idyllischen Eden Lake aufbrechen. Fernab vom Alltag suchen sie nach ein paar ungestörten, romantischen Tagen. Keiner der beiden ahnt jedoch, dass eine Bande jugendlicher Delinquenten die Gegend um den See terrorisiert. So wird aus anfänglichen Anfeindungen und Provokationen schnell bitterer Ernst.


Das britische DVD-Cover titelt The Best British Horror Film in Years. Dass solche Äußerungen stets mit Vorsicht zu genießen sind, ist bekannt. Doch wenn Eden Lake tatsächlich zur Spitze des britischen Horrorfilms gezählt werden soll, möchte man vom Rest am liebsten gar nichts wissen. Nach einem durchweg gelungenen Start, der sogar mit sympathischen Protagonisten aufwarten kann, verflacht die Qualität zusehends. Was anfangs noch Hoffnung auf einen kreativen Horrortrip macht, entpuppt sich spätestens nach dem ersten Drittel als stark ausgelutschter Backwood-Streifen. Eden Lake wandelt auf derart ausgetrampelten Pfaden, dass sich der Zuschauer meist nicht mal groß Mühe geben muss, um die folgenden Plotwendungen zu erahnen. Oder wie kommt es, dass in allen Filmen dieser Gattung die Opfer auf ihrer Flucht stets auf Personen treffen, die entweder Verwandte oder Freunde der Aggressoren sind? Es scheint jedenfalls ein in Stein gemeißeltes Gesetzt zu sein, das auch Eden Lake treudoof befolgt. Ein zusätzliches Ärgernis sind dermaßen auffällige Logiklöcher und Absurditäten, die erst recht hervorstechen, wenn man sich als Zuschauer nicht sonderlich vom Plot herausgefordert fühlt. Da hilft es auch nicht, dass man sich freudig von Genrekollegen wie dem französischen Ils (2006) „inspirieren“ lässt.

Angenehm hingegen fällt auf, dass Eden Lake sich nicht nur auf die explizite Darstellung von Gewalt verlässt, sondern sich diesbezüglich in relativ moderaten Bahnen bewegt. Ein- oder zweimal arbeitet Watkins tatsächlich mit Spannung und dem Gefühl des Terrors. Oder versucht es zumindest. Bezüglich des Finales fällt eine Bewertung nicht leicht. Ein ambivalentes Gefühl ist alles was zunächst zurück bleibt. Stünde das schlichte, abrupte Ende für sich alleine, gäbe es diese Zwiegespaltenheit nicht. Aber allein die Herleitung des Finales bereitet dem Genrefreund einiges an Bauchgrimmen. So ist alles was nach dem Abspann übrig bleibt nur ein mittelmäßiger Genrefilm, der bei weitem nicht sein Potential ausschöpft. (5/10 Punkten)


P.S.: Allen Freuden der britischen Unterschichtssprache sei der Originalton empfohlen.

Freitag, 27. März 2009

Midnight Meat Train


Nach Sichtung von Ryûhei Kitamuras (Versus) neustem Werk wird sich der eine oder andere Großstädter beim Betreten der lokalen U-Bahn sicherlich mehr als einmal besorgt über die Schulter blicken. Schuld daran ist die Verfilmung von Clive Barkers Kurzgeschichte Midnight Meat Train aus den Büchern des Blutes. In dieser verwandelt der hühnenhafter Metzger Mahogany die New Yorker Metro in ein Schlachthaus auf Rädern. Durch Zufall kommt ihm der aufstrebende Fotograf Leon auf die Spur. Auf der Jagd nach verwertbaren Aufnahmen für sein Debüt in einer angesehenen Galerie kreuzen sich die Wege der beiden zum ersten Mal. Fortan vergräbt sich Leon immer tiefer in Nachforschungen, bis sogar seine Freundin in Gefahr gerät.


Um Kitamuras Midnight Meat Train wurde im Vorfeld viel gerätselt. Nachdem 2007 ein US-Starttermin bekannt gegeben wurde, den Lionsgate alsbald wieder canceln lies, wusste keiner so recht, ob aus Midnight Meat Train noch etwas werden würde. Im Spätsommer 2008 bekam der Film schließlich doch noch eine Chance auf eine amerikanische Kinoauswertung und scheiterte kläglich. Sowohl der verschobene Starttermin als auch der Flop an den Kassen sprechen nicht unbedingt für die Qualität des Films. Könnte man meinen. Doch das schlechte Omen bewahrheitet sich nicht. Midnight Meat Train ist ein kleiner, gemeiner Streifen, der durchweg für gute Unterhaltung sorgt. Drehbuch-Autor Jeff Buhler hat Barkers Kurzgeschichte ohne größere Schwierigkeiten auf Spielfilmlänge aufgeblasen. Unnötige Längen bleiben dem Zuschauer erspart. Dafür bekommt er eine dichte, funktionierende Atmosphäre, die den Film von Anfang bis Ende trägt. Verstärkt wird der positive Eindruck zudem durch die unterkühlten Aufnahmen der New Yorker Metro. Dass Midnight Meat Train trotz seiner angenehmen Geradeheraus-Attitüde kein wirklich harter Schocker geworden ist, liegt zu einem Großteil an Kitamuras comichafter Inszenierung. Einige Szenen bewegen sich zwar hart an der Schmerzgrenze, werden jedoch durch allzu übertriebene Splattereinlagen und kreativ eingesetzte Stilmittel, wie einige ungewöhnliche Point-of-View-Einstellungen, wieder relativiert. Der Cast kann weitgehend überzeugen. Einziger Kritikpunkt ist Metzger Vinnie Jones. Seine imposante Statur scheint zwar maßgeschneidert für den Film, alles in allem wirkt er nichtsdestotrotz ein wenig ausdrucksschwach und farblos.

Midnight Meat Train ist ein Film, der nicht viel will, außer seinen Zuschauern 90 unterhaltsame Minuten zu bescheren. Das gelingt ihm sehr ordentlich. Ein Umstand, den Kitamuras Film schon mal 80% seiner heutigen Genrekollegen voraus hat. (8/10 Punkten)


Neustart des Blogs

Lang ist’s her. Mittlerweile ruht der Blog seit über fünf Monaten. Nun habe ich den guten Vorsatz gefasst, wann immer es mir möglich ist, wieder aktiv zu werden. Das bedeutet, dass es künftig wieder längere Filmbesprechungen, Kurzkritiken, Buchvorstellungen und auch aktuelle News geben wird. Ich hoffe, dass mein Blog wieder den einen oder anderen Leser finden wird. Ich freue mich jedenfalls auf die künftige Arbeit. Schon der erste Post fühlt sich nach zu Hause an.

Montag, 20. Oktober 2008

Inglourious Bastards - Erstes Bild vom Set

Herr Pitt beim Posieren für seinen neuen Streifen. Bin auf das Endprodukt gespannt!



Quelle: ComingSoon.net

Samstag, 18. Oktober 2008

TV-Tipps (18.10. - 24.10.2008)

Samstag, der 18.10.2008
  • 22:25: 12 Monkeys (ARD)
  • 00:35: Die Flucht von Alcatraz (Kabel1)
  • 01:30: French Connection 2 (SAT.1)

Sonntag, der 19.10.2008
  • 20:15: X-Men 2 (RTL)
  • 20:15: Flight Plan (PRO7)
  • 20:40: The Doors (ARTE)
  • 22:15: Panic Room (PRO7)
  • 00:15: Scarface (NDR, geschnitten)

Montag, der 20.10.2008
  • 20:15: Die Simpsons (PRO7)
  • 20:45: Die Simpsons (PRO7)

Dienstag, der 21.10.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:50: L.A. Crash (RBB)
  • 00:00: Die Stunde des Jägers (BR)
  • 00:30: Im Westen nichts Neues (NDR)

Mittwoch, der 22.10.2008
  • 20:15: Die Fliege (Das 4.)
  • 22:25: Virtuosity (Kabel1, geschnitten)

Donnerstag, der 23.10.2008
  • 23:15: Sabata (HR)

Freitag, der 24.10.2008
  • 20:15: James Bond 007 - GoldenEye (PRO7)
  • 20:15: Wenn der Postmann zweimal klingelt (Das 4.)
  • 22:25: Die letzte Metro (3SAT)
  • 22:55: Universal Soldier (RTL2)

Mittwoch, 15. Oktober 2008

L.A. Confidential


Schattenseiten.

Klatsch und Tratsch gleicht einem Volkssport. Die Menschen absorbieren Gerüchte und verbreiten sie weiter. Sie lieben ihren dreckig-anrüchigen Mief - so lange dieser nicht von der eigenen schmutzigen Wäsche herrührt. Je abgründiger, desto besser. Homosexualität, Kommunismus, Drogenmissbrauch und Gewaltverbrechen sind der Stoff, aus dem im Hollywood Mitte des 20. Jahrhunderts tiefschwarze Klatsch-Alpträume für so manche prominente Persönlichkeit gewoben worden sind. Die einen verpuffen noch ehe ihr Klang verhallt ist, andere hingegen haften hartnäckig. Alles streng vertraulich und „Hush-Hush“. Selbstverständlich! L.A. Confidential (1997), basierend auf dem gleichnamigen Mammutwerk des wortgewaltigen Kriminalautors James Ellroy, präsentiert solch ein düsteres Alptraumnetz aus Verbrechen und Klatsch - die Film bzw. im eigentlichen Sinne Buch gewordene Antithese zur vordergründigen Glamourwelt der Traumfabrik Hollywood.

Wem James Ellroys Roman ein Begriff ist, der weiß, um welch komplexe - für eine Adaption denkbar ungeeignet vielschichtige - Vorlage es sich bei „L.A. Confidential“ handelt. In diesem Kontext ist Brian Helgelands Verdienst am Script umso höher einzustufen. Er präsentiert ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einer diffizilen Vorlage mit scheinbar chirurgischer Akribie ein kleines Juwel zu Tage fördert. Sicher, Details gehen hier und da verloren und auch der eine oder andere Subplot muss auf der Strecke bleiben. Im Großen und Ganzen ist dies jedoch mehr als gut zu verschmerzen. Es zählt die ausgewogene Balance, welche Helgeland besonders im Hinblick auf den nötigen Entfaltungsraum der drei Protagonisten Edmund Exley, Jack Vincennes und Wendell ’Bud’ White herauskristallisiert hat.

Ein Restaurant-Massaker wird für diese drei grundverschiedenen Charaktere zur Feuerprobe. Jeder mit eigenen Lastern und Schwächen, die er zu schultern hat, gerät auf individuelle Weise in den gleichen Strudel aus Korruption, Mord und Erpressung. Scheinbar zufällige Ereignisse gewinnen in einem übergeordneten Kontext an Bedeutung, geschickt werden Querverbindungen aufgebaut, welche sich schlussendlich zu einem perfekt verwobenen Verbrechensmosaik zusammenfügen. Aus dieser nonchalanten Beiläufigkeit L.A. Confidential zu erzählen, gewinnt der Film seinen ungeheuer starken Reiz und eine nicht zu unterschätzende Bodenständigkeit. Nichts an der Story wirkt erzwungen oder überkonstruiert, nur damit am Ende eine imaginäre Rechnung aufgehen kann. Stattdessen hat der Zuschauer das angenehme Gefühl einer natürlichen Entwicklung, die gar keine anderen Wege hätte einschlagen können, beizuwohnen.

L.A. Confidential ist nicht nur eine Huldigung, eine perfekt inszenierte Reminiszenz in Spielfilmlänge – „L.A. Confidential“ ist reiner Film Noir. Die Handlung, ihre Charaktere, ebenso das gesamte Setting atmen im Sekundentakt den schmutzigen Staub der großen Brüder aus den frühen Tagen Hollywoods – nur vielleicht noch ein Stück weit düsterer, noch dichter und undurchschaubarer gestrickt. Zweifelsohne war in einigen frühen Vertretern der Schwarzen Serie eine klare Rollenverteilung bis zu einem gewissen Grad auch nicht stets gegeben (On Dangerous Ground (1952), Asphalt Jungle (1950)), aber so weit ins Herz der Finsternis wie Regisseur Curtis Hanson dürfte sich bisher kaum jemand gewagt haben, was zumindest unter den damaligen Umständen, bedenkt man u. a. die Reglementierungen des Production Codes, auch nicht weiter verwundert. Sicherlich ließ man zu damaligen Zeiten bevorzugt klar definierte Fronten aufeinanderprallen (Crossfire (1947), The Racket (1951), The Narrow Margin (1952) oder Crime Wave (1954)), um der Gerechtigkeit am Ende mit Hilfe eines strahlenden Helden zu ihrem Recht zu verhelfen.

Dass dies bei L.A. Confidential (und sicherlich anderen Vertretern in abgeschwächterem Maße) nicht der Fall ist, verleiht dem Film und insbesondere seinen Charakteren ihre besondere Anziehungskraft und Vitalität. Der Reiz des Verbotenen schenkt der Geschichte, explizit in Bezug auf den unberechenbaren ’Bud’ White, die emotional stärksten Szenen, welche sich hier evident aus seinen Schwächen entwickeln. Seine Überfürsorge für misshandelte Frauen in Verbindung mit dem exzessiven Hang zur Gewalt versetzen den Zuschauer bereits zu Beginn des Films in starke emotionale Anspannung, die durch geschickt gesetzte Stützpunkte (u.a. die „Bloody Christmas-Schlägerei, Whites wiederholte Konfrontationen mit dem verhassten Ed Exley oder sein Alleingang bei der Befreiung des mexikanischen Mädchens) über die gesamte Spielzeit aufrecht erhalten werden kann. White gelingt es auf süffisante Art, den Zuschauer als Komplizen zu gewinnen und erschreckend leicht für sich zu vereinnahmen. Obwohl er zumindest in der ersten Hälfte nichts weiter als ein Hooligan mit Dienstmarke zu sein scheint, wirken er und seine Taten anziehend. Taten, die objektiv jenseits des Guten liegen, subjektiv aber gefährlich starke Genugtuung bereiten. Aus rein persönlicher Sicht lässt sich deshalb konstatieren, dass ’Bud’ wohl der interessanteste Charakter des Dreiergespanns ist - sowohl in der grandiosen Romanvorlage als auch in Hansons/Helgelands kongenialer Adaption. Dafür prädestinieren ihn sowohl eine kompromisslose Geradeheraus-Attitüde als auch die äußerst subtil eingewobene Charakterentwicklung, die den Bogen vom tumben, aber doch naiv-gutherzigen Prügelknaben zum selbstständig ermittelnden Cop schlägt. (Vielleicht eine direkte Symbiose aus Sterling Haydens Filmcharakteren Dix Handley (Asphalt Jungle) und Det. Lt. Sims (Crime Wave)?! Jedenfalls bestehen vom Typus her zwischen Hayden und Crowe nicht von der Hand zu weisende Parallelen.)

Brian Helgeland ist es hoch anzurechnen, dass er die psychologischen Charakterisierungen und die Vielschichtigkeit der Figuren vorlagengetreu übernommen und filmgerecht verarbeitet hat. Nicht nur White, sondern ebenso die Kollegen Ed Exley und Jack Vincennes bieten im Film genügend Material für eine differenzierte Betrachtung. Der Zuschauer kommt in den Genuss die Charaktere mit verstreichender Zeit besser kennen und verstehen zu lernen. Verhaltensmotivationen werden nicht plump in den Raum geworfen, sie werden beiläufig dargeboten, was seinen Anteil zu der bereits zuvor geschilderten, natürlich erscheinenden Entwicklung des Stoffes beiträgt.

Neben der inhaltlichen Ebene ist ebenso das Formale über jeden Zweifel erhaben. Ein Umstand, der den Freund des klassischen Noir-Kinos beim Anblick von Setting und Requisiten das Herz schneller schlagen lässt. Würde man dem Bild seine Farben entziehen, ließe sich keinerlei Unterschied zwischen den klassischen Noir-Vertretern und diesem Neo-Noir ausmachen. Einen großen Anteil an der superben Visualisierung hat ohne Zweifel Kameramann Dante Spinotti, welcher L.A. Confidential mit Hilfe unterschiedlichster Stilmittel zur optischen Perfektion verhilft. Die technische Ebene wird zum Spiegel des Narrativen, was eine unheimlich effektvolle Direktheit, deren Wirkung in jeder Sekunde bis zum Maximum ausgekostet wird, aufbaut.

L.A. Confidential verdient ohne Zweifel seinen Ruf als beste Ellroy-Umsetzung und sticht damit andere Adaptionsversuche wie den inakzeptablen Cop (1988), basierend auf Ellroys erstem Teil der wuchtigen Lloyd-Hopkins-Trilogie, genauso wie Brian De Palmas mittelmäßigen Black Dahlia (2006) problemlos aus. Die inhaltliche Dichte wird ohne große Probleme filmgerecht komprimiert. Der kantige Stil und die Rauheit der Vorlage finden sich kompromisslos umgesetzt. Abgerundet wird das Gesamtpaket schließlich noch durch einen hervorragenden Cast, welcher u. a. mit Höchstleistungen von Russel Crowe, Kevin Spacey und Kim Basinger aufwarten kann (10/10 Punkten).


Sonntag, 12. Oktober 2008

TV-Tipps (11.10. - 17.10.2008)

Samstag, der 11.10.2008
  • 20:15: Der ewige Gärtner (SAT.1)
  • 22:15: Matrix (RTL2)
  • 23:20: Scarface (RBB, geschnitten)
  • 00:25: Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (MDR)
  • 01:55: French Connection (SAT.1)

Sonntag, der 12.10.2008
  • 20:15: The Da Vinci Code - Sakrileg (PRO7)
  • 00:15: Die schwarze Dahlie (NDR)
  • 00:20: True Romance (Kabel1)

Montag, der 13.10.2008
  • 20:15: Die Simpsons (PRO7)
  • 22:15: Im Körper des Feindes (ZDF)

Dienstag, der 14.10.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 00:30: Die Spur des Fremden (SWR)

Mittwoch, der 15.10.2008
  • 23:00: Die Verurteilten (SWR)
  • 23:30: Mississippi Burning (HR)

Donnerstag, der 16.10.2008
  • 20:15: Fluchtpunkt San Francisco (Das 4.)

Freitag, der 17.10.2008
  • 20:15: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (PRO7)
  • 01:45: Ein Köder für die Bestie (RBB)

Samstag, 4. Oktober 2008

TV-Tipps (04.10. - 10.10.2008)

Samstag, der 04.10.2008
  • 00:15: Der unauffällige Mr. Crane (WDR)
  • 00:40: Kalifornia (ARD)

Sonntag, der 05.10.2008
  • 20:15: Die Bourne Verschwörung (RTL)
  • 00:10: Django (3SAT, geschnitten)

Montag, der 06.10.2008
  • 20:15: Die Simpsons (PRO7, NEUE FOLGEN)

Dienstag, der 07.10.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 03:00: Plan 9 from Outer Space (ARTE)

Donnerstag, der 09.10.2008
  • 22:05: Rambo (VOX)
  • 23:50: Nur die Sonne war Zeuge (ARTE)

Freitag, der 10.10.2008
  • 20:15: Das Imperium schlägt zurück (PRO7)
  • 20:15: Easy Rider (Das 4.)
  • 22:20: Matrix (RTL2)

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Frontier(s)


Frankreich hat sich in den letzten Jahren als recht kompetente Anlaufstelle für den begierigen Gorehound erwiesen. Dass dabei nicht alles Glänzende auch Goldstatus für sich beanspruchen darf, beweist nach gelungenen Genre-Produktionen wie Alexandre Ajas High Tension (2003) ein Film jüngerer Generation: Frontier(s) – ein uninspirierter Zwitter irgendwo zwischen Texas Chainsaw Massacre und Hostel.
Nach einem fehlgeschlagenen Raubüberfall flieht eine Gruppe junger Krimineller aus dem von Unruhen gebeutelten Paris. Ihr Ziel: ein ruhiger Ort nahe der belgischen Grenze, wo man untertauchen will, bis sich die Wogen glätten. Das kleine Hotel, in dem sie absteigen, führt sie jedoch auf direktem Weg vom Regen in die Traufe, denn bei den Besitzern handelt es sich um eine inzestuös-sadistische Nazifamilie, die sich dort nach Ende des 2. Weltkrieges angesiedelt hat.

Zugegeben, Frontier(s) überschreitet Grenzen, wahrscheinlich jedoch gänzlich andere als von Regisseur Xavier Gens intendiert. Schneller, höher, weiter oder: kränker, dreckiger und blutiger. So in etwa muss die inoffizielle Maxime gewesen sein. Doch gewollt, ist noch lange nicht gekonnt und deshalb geht die Grenzverschiebung eher in Richtung unfreiwilliger Komiker und mangelnder Kreativität seitens des Drehbuchs. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, wie wild und ungeniert bei den amerikanischen Genrekollegen (die bisweilen auch nicht wesentlich besser sind) gewildert wird. Billige Klischees bleiben dabei nicht außen vor und werden gleich umunwunden mitverwurstet. Ganz böse und unfreiwillig komisch ist die Porträtierung der Nazifamilie, der man sogleich jede Stereotype, die man irgendwo aufgabeln konnte, zu Eigen gemacht hat.
Vollkommen unpointiert und nur von vermeintlichen Ekel- und Gewaltszenen (die immerhin solide umgesetzt wurden) getragen, dümpelt Frontier(s) orientierungslos bis zum Finale vor sich hin. Den Gorehound wird’s vielleicht freuen, jeder der zumindest ein wenig Spannung, Geschichte oder ein bisschen Pepp in Bezug auf die Inszenierung wünscht, sollte sich woanders umsehen. (3/10 Punkten)

P.S.: Besonderes Highlight des Films sind die in der französischen Originalfassung eingestreuten, deutschen Sätze des Familienoberhaupts. Schön lächerlich.

Samstag, 27. September 2008

Wanted (2008)

Die kreativen Köpfe der Filmindustrie, insbesondere jene des Actiongenres, sind scheinbar ständig gezwungen, sich gegenseitig zu übertrumpfen und mit immer neuen Schauwerten zu glänzen. Logisch, oftmals haben die Machwerke auch nicht wesentlich mehr im Gepäck, womit sie punkten könnten. Da wird dem Auge des Zuschauers schon mal mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem zentralen Denkorgan. Ein weiterer Aspirant dieser Sorte ist „Wanted“ (2008)- Timur Bekmambetovs („Nochnoy dozor“, „Dnevnoy dozor“) US-amerikanisches Spielfilmdebüt.
Die Story desselben ist kurz erzählt: Loser Wesley Gibson erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters. Dies allein reicht sicherlich schon aus, um jemanden gehörig aus der Bahn zu werfen, doch es kommt noch dicker. Ihm wird offenbart, dass sein Vater ein Profikiller der ganz harten Sorte war. Nun ist es an Wesley in die Fußstapfen seines alten Herrn zu treten und die Jagd auf dessen Killer zu eröffnen.
In Petto hat Bekmambetov ein bemerkenswert substanzloses Machwerk mit einem zum Teil (ehrlicherweise zugegebenen) nicht zu unterschätzenden Unterhaltungsfaktor, welcher jedoch insbesondere zu Anfang noch stark um die Oberhand zu kämpfen hat. Der Feind: ein oftmals absolut nervig-selbstzweckhafter Einsatz optischer Stilmittel in Kombination mit einer pseudozynischen Einführung des ungeheuer unsympathischen Standard-Losers Wesley Gibson. Sind diese Querelen erst einmal überstanden, darf sich der geneigte Zuschauer an massig spektakulären Actionszenen ergötzen, die durchaus imposant geraten sind. Der typische Wermutstropfen: das Gebotene wirkt selbst für eine Comicadaption, ja selbst für ein Comicuniversum, wo schließlich so einiges erlaubt ist, derart lächerlich und überzogen, dass man einerseits zwar kaum aus dem Staunen herauskommt, sich andererseits hinterher nichtsdestotrotz vollkommen ungesättigt fühlt. Ein bemerkenswert ambivalentes Gefühl, welches dieser Film hervorzurufen vermag.
Um dieses Gefühl jedoch beim Zuschauer so weit wie möglich einzudämmen, hat man sich im Script auf Bewährtes besonnen. Deshalb darf natürlich beispielsweise Wesleys Training, welches ihn vom Bürohengst zum Superkiller macht, in aller Breite ausgewalzt werden. Der Weg ist das Ziel… oder wie war das doch gleich?! Das einzige Plus, was „Wanted“ diesbezüglich jedoch einheimsen kann, ist die frische Rohheit im Umgang mit Wesley, dem man es irgendwie gönnt. Fragt man am Ende nun nach der Moral von der Geschichte, so kann sie nur lauten: Verlasse dich auf einen Webstuhl und du wirst sehen, wo dich das hinführt. 5/10 Punkten.


TV-Tipps (27.09. - 03.10.2008)

Samstag, der 27.09.2008
  • 20:15: Tim Burton's Corpse Bride (TELE5)
  • 22:00: Nightmare - Mörderische Träume (TELE5)
  • 23:50: Nightmare 2 - Die Rache (TELE5, geschnitten)
  • 23:10: Das Boot - Director's Cut (ARD)

Sonntag, der 28.09.2008
  • 20:15: Ocean's Eleven (RTL)
  • 20:15: Star Wars: Episode 3 - Die Rache der Sith (PRO7)
  • 00:00: Avanti, Avanti (BR)
  • 00:20: Leben und Sterben in L.A. (Kabel1)

Montag, der 29.09.2008
  • 01:00: Die Brücke (PRO7)

Dienstag, der 30.09.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 02:45: Getrennt von Tisch und Bett (ARD)

Mittwoch, der 01.10.2008
  • 23:20: Misfits - Nicht gesellschaftsfähig (RBB)
  • 00:50: Belle de jour - Schöne des Tages (ARTE)

Donnerstag, der 02.10.2008
  • 21:00: Gegen die Wand (ARTE)
  • 21:45: Der Pakt der Wölfe (VOX)
  • 22:25: Die Reise des jungen Che (3SAT)

Freitag, der 03.10.2008
  • 20:15: Krieg der Sterne - Special Edition (PRO7)
  • 22:15: Der Soldat James Ryan (SAT.1)
  • 23:00: Blade (PRO7, geschnitten)
  • 23:15: Sprich mit ihr (3SAT)
  • 00:55: Der zerrissene Vorhang (ARD)

Pünktlich zur dunklen Jahreszeit: The Dark Knight (RC1)

Mein persönliches Hightlight des Spätsommers '08 erhält am 09. Dezember pünktlich zur dunklen Jahreszeit - und vor allem zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft - seinen RC1- Veröffentlichungstermin in den Staaten. Christopher Nolans "The Dark Knight" wird, wie mittlerweile üblich im Blockbuster-Segment, als Einzelveröffentlichung und 2-Disc-Set erhältlich sein.

Folgende Exras wurden auf DVDTimes.co.uk bisher für die Blu-ray-Variante bestätigt:
  • Batman Tech – The incredible gadgets and tools
  • Batman Unmasked: The Psychology of The Dark Knight – Delve into the psyche of Bruce Wayne and the world of batman through real-world psychotherapy
  • Gotham Tonight – 6 episodes of Gotham Cable’s Premier News Program
  • The Galleries – The Jokes Cards, Concept Art, Poster Art, Production Stills, Trailers & TV Spots



Quelle: DVDTimes.co.uk

Montag, 22. September 2008

Gerüchteküche: Predator-Sequel?!


John Davis, Produzent der beiden Predator-Filme, heizt die Gerüchteküche um einen möglichen dritten Teil des Monsterspektakels an. So fabuliert er in einem Interview mit Collider.com über die Möglichkeiten einer weiteren Fortsetzung. Das Essentielle an diesem Gerücht dürfte folgendes Zitat des Produzenten sein.

"Well, the Governor (Arnold Schwarzenegger) has mentioned to me that when he ceases to be Governor, if he doesn’t run for the Senate and all of that stuff, he’d like to do a movie or two again. And I don’t know, maybe we could restart the Predator franchise," he tells Collider"

Da obige Aussage jedoch noch zusätzlich ein dickes "Wenn" mit sich bringt, sollte dieses Gerücht mit besonderer Vorsicht genossen werden. Schön wäre es sicherlich, nur wird erst die Zeit zeigen, was dahinter steckt.

Quelle: Collider.com

Sonntag, 14. September 2008

TV-Tipps (13.09. - 19.09.2008)

Samstag, der 13.09.2008
  • 20:15: Open Range - Weites Land (Sat.1)
  • 23:10: Der weiße Hai (ARD)
  • 00:00: Scarface (WDR, geschnitten)

Sonntag, der 14.09.2008
  • 20:50: Der letzte Kaiser (ARTE)
  • 00:20: Der Glöckner von Notre-Dame (SWR)
  • 01:15: Infam (ARD)

Montag, der 15.09.2008
  • 21:00: Fieber im Blut (ARTE)
  • 22:50: Ran (MDR)

Dienstag, der 16.09.2008
  • 20:15: Der Staatsfeid Nr. 1 (Kabel1)
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 23:00: Unter dem Sand (NDR)
  • 00:20: Jurassic Park (ARD)

Mittwoch, der 17.09.2008
  • 00:35: Oldboy (ARD)

Donnerstag, der 18.09.2008
  • 22:45: Die Stunde des Jägers (ARD, geschnitten)

Freitag, der 19.09.2008
  • 22:05: Eraser (RTl2)
  • 23:45: Plan 9 from Outer Space (ARTE)

Dienstag, 2. September 2008

Prison Break Season 4 - Die ersten Bilder + News

Auf Serienjunkies.de gibt es die ersten Bilder zur am 01.09.2008 in den USA gestarteten, vierten Staffel der Serie "Prison Break". Die Zuschauer, die noch nicht mit den Geschehnissen der dritten Staffel vertraut sind, seien an dieser Stelle vor einigen Spoilern gewarnt!
Des Weiteren findet sich auf Serienjunkies.de ein aufschlussreiches Interview mit dem Hauptdarsteller Wentworth Miller, welcher über die jüngsten Entwicklungen der vierten Staffel spricht.

Freitag, 29. August 2008

Dangerous Crossing


Kein dunkler Großstadtmoloch bevölkert von Gangstern, Zuhältern und verführerischen Damen, die den Männern mit ihren Reizen den Kopf verdrehen. Keine Detektive, die mit rüden Manieren und schnoddriger Schnauze ihren Fällen bis zum bitteren Ende nachgehen. Stattdessen ist die Location ein Schiff - ein ziemlich untypischer Ort für den sonst so stark an Asphalt gebundenen Film Noir – und die Protagonistin eine jung verheiratete Frau, die sich in „Dangerous Crossing“ (1953) auf die Suche nach ihrem Ehemann begibt.
Es sollte eigentlich eine Kreuzfahrt ins Glück werden, auf die sich die frisch Vermählte Ruth mit ihrem Gatten John Bowman begibt. Alles scheint perfekt, doch wie so oft besitzen natürlich solche Situationen das Potential für die größten Alpträume. John Bowman verschwindet kurz nach Betreten des Schiffes ohne jegliche Spur. Auf der Suche nach ihrem Mann droht Ruth immer stärker in Wahnzustände abzugleiten, denn dieser taucht weder auf der Passagierliste noch sonst irgendwo an Bord auf. Was ist passiert? Ist John entführt worden oder entspringt doch nur alles Ruths wilder Fantasie?
Der aus dem Hause 20th Century Fox stammende „Dangerous Crossing“ spielt nicht unbedingt in der Spitzenliga der Schwarzen Serie mit, kann aber zweifelsohne in seinem Milieu mehr als nur überzeugen. Der Film strahlt Frische und eine belebende Vitalität aus, die er sich über die volle Spielzeit bewahren kann. Die Geschichte ist zwar relativ simpel gestrickt, doch die zentrale Frage „Was ist mit Ruths Ehemann geschehen?“ wurde dramaturgisch packend aufbereitet und zieht den Zuschauer in seinen Bann. Hobby-Detektive werden hier zum fröhlichen Mitraten eingeladen, denn auch der Zuschauer wird bis zu letzt ohne Hinweise im Dunkeln gelassen. Misstrauen und Zweifel gegenüber Ruth werden geschickt gestreut und lassen jede nur denkbare Möglichkeit offen. Auch wenn der Film insgesamt eher gemächlich inszeniert ist, gelingt es trotzdem ohne Mühen einen starken Spannungsbogen einzuweben, der den Zuschauer erwartungsvoll in Richtung Auflösung blicken lässt. In optischen Belangen erweist sich „Dangerous Crossing“ genauso nebulös wie seine Story. Dichte Nebelschwaden ziehen in s/w über die nächtlichen Decks des Luxusliners, kreieren dabei eine atmosphärische Gänsehaut, die dem Film zweifelsohne gut zu Gesicht steht. (8/10 Punkten)

TV-Tipps (30.08. - 05.09.2008)

Samstag, der 30.08.2008
  • 20:15: Arlington Road (RTL2)
  • 22:40: Falling Down - Ein ganz normaler Tag (Kabel1)
  • 23:15: West Side Story (HR)

Sonntag, der 31.08.2008
  • 20:15: Men in Black (PRO7)
  • 20:15: Blow (RTL2)
  • 22:25: Bad Boys - Harte Jungs (PRO7, geschnitten)
  • 22:40: Angel Heart (TELE5)
  • 23:15: Gilda (BR)
  • 23:35: Broken Flowers (ARD)
  • 00:15: Dark City (Kabel1)

Montag, der 01.09.2008
  • 23:50: Amores Perros (HR)

Dienstag, der 02.09.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 00:20: Kap der Angst (ARD)
  • 02:25: Misfits - Nicht gesellschaftsfähig (ARD)

Mittwoch, der 03.09.2008
  • 20:15: Cop Land (Kabel1)
  • 00:35: Madame de... (ARD)

Donnerstag, der 04.09.2008
  • 20:15: Nicht auflegen! (VOX)
  • 23:15: Django (HR, geschnitten)

Freitag, der 05.09.2008
  • 20:15: Men in Black 2 (PRO7)
  • 22:00: Lock Up (TELE 5, geschnitten)
  • 01:15: Der Pate (1) (ARD)
  • 02:50: Der Pate (2) (ARD)

Freitag, 22. August 2008

"Film als Kunst" von Rudolf Arnheim


Film als Kunst von Rudolf Arnheim.


Über 75 Jahre alt und doch kein bisschen müde: Das 1932 in Berlin erschienene „Film als Kunst“ des Medientheoretikers Rudolf Arnheim hat über die Jahre fast nichts von seiner Aktualität verloren. Einzig die zeitgeschichtlichen Begleitumstände haben sich weiterentwickelt. Während der damalige Film noch stark unter seinem Ruf als Jahrmarktsattraktion zu leiden hatte und aufgrund seines vermeintlich reproduzierenden Charakters nicht als Kunstform angesehen wurde, dürfte dieses Thema anno 2008 weitestgehend vom Tisch sein. Doch verharren wir noch einen Moment bei den Anfängen, denn die Verweigerung Film als Kunstform anzusehen, ist schließlich der Grund, dass „Film als Kunst“ überhaupt existiert. Rudolf Arnheim untersucht darin mit bestechender Logik verschiedenste Eigenschaften des Mediums (bspw. die fehlende Raumwirkung bzw. Flächigkeit des Filmbildes im Gegensatz zur dreidimensionalen Realität) und analysiert nachvollziehbar die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten (Wahl des Blickwinkels, Entfernung zum Objekt etc.), welche die Arbeit mit der Filmkamera mit sich bringen. Seine selbst gestecktes Ziel: All jene Skeptiker, die im Medium Film lediglich eine Reproduktion der Wirklichkeit sehen, mit klaren Argumenten Lügen zu strafen. Viele Gedankengänge bestechen dabei vor allem durch ihre äußerst souveräne sprachliche Präsentation, die das Buch zu einem flüssigen Lesegenuss machen. Man muss kein Studium der Medienwissenschaften absolviert haben, um Arnheims Diskurs folgen zu können. Doch sollte diese Tatsache keinesfalls über die inhaltliche Komplexität von „Film als Kunst“ hinwegtäuschen. Aber was macht dieses Buch nun für heutige Generationen so interessant? Heute ist es weniger Arnheims Versuch, seine Leserschaft von der Tatsache zu überzeugen, dass Film eine Kunstform ist. Es ist vielmehr das schlichte Aufzeigen verschiedenster künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten/-aspekte, losgelöst von Arnheims ursprünglicher Intention. Es ist das Formulieren von allgemeingültigen Beobachtungen, die sowohl für kreative Köpfe als auch den schlichtweg interessierten Laien interessant sind. „Film als Kunst“ ist für jeden, der sich für Medientheorien begeistern kann, mehr als nur eine Empfehlung! (10/10 Punkten)

TV-Tipps (23.08. - 29.08.2008)

Sonntag, der 24.08.2008
  • 20:15: Walk the Line (RTL)
  • 20:40: Über den Dächern von Nizza (ARTE)
  • 23:30: GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia (ARD)
  • 00:00: Einsatz im Nordatlantik (3SAT)

Dienstag, der 26.08.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL, NEUE FOLGEN!)
  • 22:15: Monk (RTL, NEUE FOLGEN!)
  • 22:30: Wie ein wilder Stier (WDR)
  • 23:30: Die durch die Hölle gehen (SWR)

Mittwoch, der 27.08.2008
  • 22:30: Slither - Voll auf den Schleim gegangen (RTL2)

Donnerstag, der 28.08.2008
  • 22:40: Ricochet - Der Aufprall (VOX, geschnitten)
  • 22:45: Die schwarze Dahlie (ARD)

Freitag, der 29.08.2008
  • 00:45: Irrgarten des Schreckens (WDR)

Dienstag, 19. August 2008

Battle Royale

Was geschieht, wenn die Gesellschaft stetig weiter zerfällt und die Erziehung der rebellierenden nächsten Generation immer stärker aus dem Ruder zu laufen droht? Es werden Gesetze erlassen wie der „Battle Royale Act“, der vorsieht, dass eine ausgesuchte Klasse von Delinquenten auf einer geräumten Insel ein zynisches Spiel auf Leben und Tod zu absolvieren hat. Die Regeln sind einfach: Töte, um zu überleben. Denn nur die Person, die innerhalb eines gesetzten Zeitlimits auch den letzten Klassenkamerad getötet hat, kommt mit heiler Haut davon, wird zum Gewinner des „Königlichen Kampfes“.
Kinji Fukasakus „Battle Royale“ (2000) ist eine erschütternde, unbeschreiblich intensive Erfahrung. Vordergründig beruhen diese Empfindungen sicherlich auf der expliziten Darstellung des gnadenlosen Kampfes zwischen den Schülern. „Battle Royale“ funktioniert als harter Actionfilm ohne Zweifel perfekt. Die Inszenierung fährt fast durchgängig ein unglaublich hohes Tempo, was den Zuschauer zwischen den Kämpfen kaum zur Ruhe kommen lässt. Die Action wird vollmundig kredenzt und ist für den Freund derber Kost genau das Richtige. Doch genügen diese Kriterien allein, um aus dem Film das aufwühlende Meisterwerk zu machen, das er ist? Wohl kaum. Den eindringlichsten Beweis dafür erbringen Filme, wie Scott Wipers ähnlich angelegter „Die Todeskandidaten“(2007). Ein Kratzen an der Oberfläche von „Battle Royale“ hingegen lohnt sich. Zu Tage tritt ein bitterböser und ungeschönter Spiegel der Gesellschaft, der elementares, menschliches Verhalten anhand einer 40-köpfigen Schulklasse, die sich dem Tod gegenüber sieht, analysiert. Dabei tritt die Frage nach der wahren Natur des (unzivilisierten) Menschen in den Fokus. Was von unserem alltäglichen Verhalten sind wir selbst und was davon geht auf soziale bzw. zivilisatorische Zwänge und Reglementierung zurück? Erst der Überlebenskampf auf der Insel ermöglicht einen Blick hinter die Fassade, wenn etwa ein ausgespannter Freund zur Ursache eines Blutbades wird. Für jeden Schüler wird obige Frage gestellt – jedes Mal erhält man eine individuelle Antwort. Neid, Misstrauen und Angst werden zum Funken, der alle Fassaden sprengt. Zumindest dort, wo sie nicht schon bereits gefallen sind. Den einzigen Vorwurf, den man Fukasakus Film machen könnte, ist, dass er zumindest bei der Erstsichtung kaum Zeit lässt, um großartig über solche Aspekte nachzudenken. Dies ist jedoch ein Zugeständnis, dass man als Zuschauer gerne akzeptiert, wenn das Resultat eine solch überzeugende Mischung aus Unterhaltungsfilm und Tiefgang ist. (10/10 Punkten)

Montag, 18. August 2008

Transformers 2: Revenge of the Fallen

Auf MoviesOnline.ca sind die ersten Teaser-Poster zur kommenden Fortsetzung des letztjährigen Sommer-Blockbusters "Transformers" erschienen. Titel: Transformers 2: Revenge of the Fallen. Hoffentlich gelingt dem Bay noch einmal solch ein "Gute-Laune-Vehikel" wie im Jahr 2007!




Quelle: MoviesOnline.ca

Samstag, 16. August 2008

TV - Tipps (16.08. - 22.08.2008)

Samstag, der 16.08.2008
  • 20:15: Jarhead - Willkommen im Dreck (RTL)
  • 22:25: Wolf Creek (PRO7, geschnitten, Wdh.: 02:00)

Sonntag, der 17.08.2008
  • 23:30: 1900 - Gewalt, Macht, Leidenschaft (1)
  • 02:10: 1900 - Kampf, Liebe, Hoffnung (2)

Montag, der 18.08.2008
  • 23:15: Der Clou (SWR)

Dienstag, der 19.08.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 23:00: Der Mieter (3SAT)
  • 23:30: Einer flog über das Kuckucksnest (SWR)
  • 00:45: Oklahoma Kid (WDR)

Mittwoch, der 20.08.2008
  • 22:55: Wie ein wilder Stier (RBB)
  • 23:00: Rocky (SWR)
  • 01:00: Wege zum Ruhm (HR)

Donnerstag, der 21.08.2008
  • 00:05: Casino (ARD)

Freitag, der 22.08.2008
  • 20:15: Million Dollar Baby (PRO7)
  • 22:30: Der Tod und das Mädchen (3SAT)
  • 00:15: Die Rache des Toten (WDR)

Austin Powers an Bord von "Inglorious Bastards"

Die News der letzten Tage und Wochen waren gespickt mit dem Namen Tarantino. Tarantino hier in Berlin gesehen, Tarantino dort bei Verhandlungen mit Schauspieler XYZ erspäht. Der Grund des aktuellen Presserummels dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein: Quentins neuestes Projekt "Inglorious Bastards". Nachdem bereits schon einige prominente Namen im Cast aufgetaucht sind (u. a. Brad Pitt und Regiekollege Eli Roth), gesellt sich laut Berichten des Fachblattes Variety nun auch Komiker Mike Myers (Austin Powers 1-3) dazu. Dieser soll die Verkörperung des britischen Generals Ed Fenech übernehmen. Drehstart ist am 13.10.2008 in Deutschland.

Quelle: Variety.com

Samstag, 9. August 2008

TV - Tipps (09.08. - 15.08.2008)

Samstag, der 09.08.2008
  • 20:15: Der Schneider von Panama (Kabel1)
  • 20:15: An jedem verdammten Sonntag (VOX)
  • 22:20: Terminator 2 (RTL)
  • 22:25: Die Rocky Horror Picture Show (Kabel1)
  • 22:25: Musa - Der Krieger (RTL2)
  • 23:40: Rattennest (MDR)

Sonntag, der 10.08.2008
  • 20:45: Cleopatra (ARTE)
  • 23:15: Plötzlich im letzten Sommer (BR)

Dienstag, der 12.08.2008
  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk (RTL)
  • 23:30: Sadistico (SWR)

Mittwoch, der 13.08.2008
  • 00:50: Wie ein wilder Stier (ARD)

Donnerstag, der 14.08.2008
  • 22:25: City of God (3SAT)

Donnerstag, 7. August 2008

"Francois Truffaut" von Antoine de Baecque/Serge Toubiana


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dies ist zweifelsohne nicht falsch. Oftmals erweist es sich jedoch als spannend, zu erfahren, was Wörter für ein Vermögen besitzen, wenn man sie nicht in direkte Konkurrenz zu Bildern setzt, sondern sie vielmehr über (laufende) Bilder berichten lässt. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle die neue Rubrik „Buchrezensionen“ einführen, die sich künftig mit dem Thema „Film in der Literatur“ beschäftigen wird. Die Spanne dafür ist weit bemessen: Drehbücher, Biographien, Filmvorlagen, theoretische Texte zur Filmgeschichte u. ä. Alles jenes findet in der neuen Rubrik seinen potentiellen Platz.



Francois Truffaut von Antoine de Baecque & Serge Toubiana

Die erste Empfehlung dieser neuen Rubrik hat sich ganz der Liebe verschrieben. Sowohl der Liebe zum Kino allgemein, als auch der Liebe zu einem großen Regisseur: Francois Truffaut, welchem Antoine de Baecques und Serge Toubiana mit ihrer schlicht „Francois Truffaut“ betitelten Mammut-Biographie ein überlebensgroßes Denkmal setzen. Aufwändig recherchiert und mit einem besonderen Blick für Details rekonstruieren sie Truffauts Lebensweg. Von den komplizierten Jugendjahren bis hin zu seinem frühzeitigen Tod im Jahr 1984 verknüpfen sie den Privatmenschen mit seinem filmischen Schaffen. Der Kampf als Filmkritiker gegen das „alte Qualitätskino“, der Überraschungserfolg seines Spielfilmerstlings „Sie küßten und sie schlugen ihn“ und die sukzessiv erfolgende Etablierung in der Filmbranche sind nur einige wichtige Etappen im Leben Truffauts, die das Gespann de Baecque/Toubiana vor den Augen des Lesers wiederauferstehen lässt. Neben einer wirklich gelungenen, von tiefem Verständnis zeugenden Biographie gelingt dem Autoren-Duo zeitgleich ein spannender Abriss des damaligen Kinos, insbesondere der aufkeimenden „Nouvelle Vague“. Godard, Rohmer, Rivette, Chabrol und Co. Alle sind sie mit von der Partie, sowohl als Teil des neuen französischen Films als auch von Truffauts Leben.

Ohne unnötige Überdramatisierung der Lebensgeschichte gelingt es dem Buch den Leser zu fesseln und für den Menschen Truffaut zu begeistern – für einen Menschen, der bei weitem kein einfacher Charakter war. Jedoch ein Charakter mit Charme, Anziehungskraft und Leidenschaft, was jede einzelne Seite der Biographie spüren lässt – ohne jedoch langweilig einseitig oder verklärend daherzukommen. Ein weiterer positiver Aspekt ist der lebendige und mitreißende Schreibstil bzw. eine gute deutsche Übersetzung des selbigen. Das Resultat: akute Suchtgefahr, die soweit führt, dass man das Buch nicht mehr freiwillig beiseite legen möchte. Abschließend bleibt zu sagen, in diesem Buch steckt soviel Liebe, dass man gar nicht anders kann, als ihm ebenso viel Liebe entgegen zu bringen. Die Magie des Buchs lässt Cinephilen schlicht keine andere Wahl, als sich gefangen nehmen zu lassen, um vielleicht hinterher die Welt des Films mit anderen Augen entdecken zu können. In Punkten wären es glatte 11/10 Punkten.

Samstag, 2. August 2008

TV - Tipps (02.08. - 08.08.2008)

Samstag, der 02.08.2008
  • 20:15: Kundun (BR)
  • 20:15: Papillon (Kabel1)
  • 22:25: Shaun of the Dead (RTL)
  • 23:10: Die Unbestechlichen (Kabel1)
  • 23:35: Der Schakal (RBB)

Sonntag, der 03.08.2008
  • 18:20: Der Hund von Baskerville (Das 4.)
  • 20:15: Die Mumie kehrt zurück (RTL)
  • 20:15: The Rock - Fels der Entscheidung (PRO7, geschnitten)
  • 23:30: Die Blechtrommel (ARD)
  • 02:00: Park Row (ARD)

Dienstag, der 05.08.2008

  • 21:15: Dr. House (RTL)
  • 22:15: Monk
  • 22:30: Rocky (WDR)
  • 23:00: Pink Floyd at Pompeji (ARTE)
  • 00:25: Django (WDR, geschnitten)
  • 00:35: Die durch die Hölle gehen (ARD)

Donnerstag, der 07.08.2008
  • 20:15: Hot Shots! Der 2. Versuch (VOX)
  • 23:15: L.A. Crash (ARD)

Freitag, der 08.08.2008
  • 20:15: Musa - Der Krieger (RTL2, geschnitten)
  • 22:15: Very Bad Things (Das 4.)
  • 22:25: Himmel über der Wüste (3SAT)

Sonntag, 13. Juli 2008

Fox Film Noir: Road House, Boomerang & Moontide

Die neunte Film Noir-Welle aus dem Hause 20th Century Fox rollt am 02. September 2008 in den amerikanischen DVD-Stores ein. Mit an Bord: Boomerang (1947), Road House (1948) und Moontide (1942).


Bonusmaterial:
  • Audio Commentary by film historians Alain Silver and Jame Ursini
  • Poster Gallery
  • Unit Photography Gallery
  • Theatrical Trailer



Bonusmaterial
  • Audio Commentary
  • Featurette
  • Interactive Pressbook
  • Still Galleries:
  • Fox Noir



Bonusmaterial
  • Audio Commentary
  • Featurette
  • Theatrical Trailer
  • Still Galleries

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Quelle: Classicflix.com